Koiteichbau & Koiteiche

Geschichte

Der japanische Nishikigoi (übersetzt Brokatkarpfen) oder auch einfach nur Koi genannt, ist eine Zuchtform des gewöhnlichen Karpfens.
Die heute in Europa angebotenen Koi stammen vorwiegend aus Japan. Aber auch aus Polen, Israel, Thailand, Südafrika und den Niederlanden, werden interessante Züchtungen angeboten.
Die Zucht von Koi begann im 18. Jahrhundert, als in der heutigen Präfektur Niiagata Karpfen als Nahrungsmittel gezüchtet wurden. Anfang des 18. Jahrhunderts fielen den Züchtern erstmals Farbmutanten auf. Wobei die Farben auf rot, weiß und leicht gelb beschränkt waren.
Erst nachdem der Kronprinz Hirohito einige Exemplare, die auf der Taisho Ausstellung 1914 präsentiert wurden, geschenkt bekam, setzte sich die Koizucht wie man sie heute kennt durch.
Während der Weltwirtschaftskrise in den 20er Jahren, und dem 2ten Weltkrieg, wurde die Koizucht fast eingestellt. Nach dem Krieg setzte der Koi seinen Siegeszug durch die Welt an, dies nicht zuletzt durch die moderneren Transportmittel wie z. B. Schienen- und Luftverkehr.

Alter und Wachstum

Koi können bei richtiger Haltung und optimalen Bedingungen bis zu 100 Jahre  und älter werden. Bei schlechten Bedingungen kann der Koi innerhalb kürzester Zeit eingehen. Einfarbige Koi können bis zu 130 cm lang werden. Natürlich ist ein solches Wachstum vom Lebensraum abhängig, hiermit sind Größe, Tiefe, Wasserqualität, Temperatur und Ernährung gemeint.

Koiteich-Volumen

Die Koiteich-Volumen wird durch die verschiedensten Faktoren bestimmt, wie z. B. Platzangebot, Bodenbeschaffenheit, Klima und vor allem den finanziellen Mitteln des Liebhabers. Grundsätzlich wird in der Fachliteratur von 1 m3 Wasser für einen Koi geschrieben. Sollten Sie aber daran interessiert sein, Fische mit mehr als 100 cm Größe zu halten, ist dies ein sehr bescheidener Lebensraum für einen Koi dieser Größe. Daher sollte für ein Exemplar 1,5 – 2 m3 eingeplant werden. Das heißt bei z. B. zehn Koi eine Teichgröße von mind. 20 m3.
Grundsätzlich sollten Koiteiche nicht kleiner als 10 m3 sein, da der Koi Gesellschaft liebt und gerne im Schwarm schwimmt.

Tiefe des Koiteichs

Koiteiche sind in Japan, z. B. in Kyoto, oft nur 60 – 100 cm tief, allerdings sind die Temperaturen im Winter auch nur selten unter 0° Celsius. Im Niagata Gebiet sind die Teiche wegen des Klimas schon wesentlich tiefer, 3 - 4 m sind keine Seltenheit. Da bei uns in Deutschland die Temperatur im Winter bis zu -30° erreichen kann, würden solch flache Teiche wie in Kyoto schnell auskühlen und der Koibestand absterben.

Bei Temperaturen unter 4° Celsius kann ein Koi nicht lange überleben, daher ist bei uns eine Teichtiefe von 200 cm oder tiefer ratsam. Die tiefen Wasserschichten wirken im Winter wie ein Wärmepuffer und bieten den Fischen eine Rückzugsmöglichkeit und auch einen Schutz vor starker Sonneneinstrahlung. Auch das benötigte Wasservolumen kann so auf einer kleinen Fläche realisiert werden.

Koiteich-Filteranlage

Ein Koiteich ohne Filteranlage ist heutzutage fast undenkbar.
Da die Teichbesitzer Ihre Koi gerne beobachten möchten und dies am besten im klaren Wasser, kommt der heutige Koiliebhaber an einer guten Filteranlage nicht vorbei. Ist das Wasser wiederum zu klar, zum Beispiel durch eine Ozonanlage, kann dies wiederum zu Problemen für diese Fische führen, die eigentlich trübes Wasser lieben. Hier ist dann auch an einen Sonnenschutz zu denken.

Moderne Filteranlagen, bestehend aus Trommel, oder Endlosbandfiltern kombiniert mit Bead, Kammerfiltern, UVC, Heizung, Sauerstoffausströmer usw., müssen richtig untergebracht werden und mit der sehr wichtigen Verrohrung an den Teich angebunden sein. Hierzu sind im Teich Bodenabläufe, Skimmer oder Seitenabläufe, sowie die notwendigen Rohre für die Rückführung des sauberen Wassers notwendig. Natürlich muss der aufgefangene Schmutz auch fachgerecht entsorgt werden. Hierfür ist bei Schwerkraftanlagen beispielsweise ein Kanalanschluss notwendig. Bedacht werden sollte auch eine Wassernachspeisung für den Teich, welcher Wasser durch Filterung, Verdunstung oder durch den notwendigen Wasserwechsel verliert.


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